LIEDERLICHE TEXTE

 

Cellesche Zeitung

 

Gastspiel in KUNST UND BÜHNE

 

12.1.2015

 

Mit Sarkasmus und feiner Ironie

 

 Einen „etwas anderen Blick“ auf das politische Zeitgeschehen als die gängigen Nachrichtenagenturen warf der Berliner Kabarettist Heinz Klever bei seinem zweistündigen Soloprogramm „Liederliche Texte – Standpunkte zur Lage“ am Samstag in Kunst & Bühne. Dabei wusste er nationale und internationale Themen in sich schlüssig zu vernetzen und bot Zeitgeist auf hohem Niveau. Da jedoch – wie er augenzwinkernd einräumte – „gesprochene Worte kaum ausreichen, die Lage anschaulich zu machen“, fügte er in feinster Chanson-Manier gesungene Worte hinzu. Und seine präzise geordneten Akkorde wechselten ebenso oft die Richtung wie seine Philosophie und kippten bisweilen unerwartet von Dur in Moll. Aber sie ergaben immer Sinn. Klever gehört zweifellos nicht zu den larmoyanten Ans-Bein-Pinklern, er erwies sich vielmehr als vorzüglicher verbaler und dabei mundart-gewitzter Wadenbeißer. Trittsicher balancierte er auf dem schmalen Grat zwischen intelligentem Witz und bitterem Ernst, brachte das Publikum zum Lachen, aber auch zum Denken, wie man es von politischem Kabarett nicht anders erwartet. Er verstand es, die Moralkeule auszupacken, ohne als Moralist dazustehen. Davor bewahrten ihn sein Sarkasmus und seine feine Ironie..........

 

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IN DER TRUHE LIEGT DIE MACHT!

 

Theaterstück von Heinz Klever

 

Falkensee Aktuell

 

SPANDAUER VOLKSTHEATER VARIANTA

 

2.2.17

 

„In der Truhe liegt die Macht! oder Wo bitte geht der nächste Zug nach Spindlersfeld?“ bricht mit dieser Tradition. Das neue Stück ist eine zeitaktuelle Komödie mit viel Kabarett und Gesang, vom Theaterleiter Heinz Klever selbst geschrieben. Es bietet eine brisante Mischung, die aber sehr gut funktioniert.

 

Hajo (Klever) und Moni (Sonya Martin) könnten ihren Lebensabend so schön genießen, wenn da nicht der längst erwachsene Sohn Fritjof (genial in seinem Spiel: André Rauscher) wäre. Der kann sich weder vom „Hotel Mama“ lösen noch einen richtigen Job finden.

 

Abwechselnd versucht er sich als Bankberater, als Altenpfleger und sogar als Moslem, was herrlich überspitzt in immer neuen Kostümierungen sehr zur Unterhaltung der Zuschauer beiträgt. Das Schauspiel der Drei ist passend dazu perfekt auf den Punkt gebracht – mal ernsthaft hinterfragend, mal albern überspitzt. Wenn Fritjof die wie Kleinkinder sich dem Löffel verweigernden Senioren als Alterspfleger füttert, dann bleibt bei den Zuschauern kein Auge trocken. Das ist einfach köstlich umgesetzt.

 

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