Liedtexte + Lieder

BERLIN OHNE BERLINER

Irgendwann. Irgendwann, wenn ein neuer Tag erwacht,

streift ein alter Wolf ganz leise durch den Reichstag mit Bedacht.

Über alles, irgendwann, wächst das Gras ganz hoch empor.

Keiner sieht dich drin verschwinden, stolzes Brandenburger Tor.

 

Altes Zeitungspapier weht übern Kurfürstendamm.

Und vorbei am KaDeWe rollt grad' ein Biber seinen Stamm.

Ganz Berlin ist verstrahlt, - aber nur vom Sonnenschein.

Und der alte Wolf im Reichstag hebt am Kanzlerstuhl sein Bein.

 

Keiner stört. Jeder da, wo er  hingehört.

Alles ist gut.

Keiner stört. Alles richtig. Nichts verkehrt.

Alles ist gut.

 

Neben der Spree stand’s BE. Da hat mal Peymann inszeniert

Und Untern  Linden, kaum zu finden, wurde Wagner aufgeführt.

Es verwittert jetzt das Sony Center – grau und völlig stumm.

Selbst der alte Funkturm wackelt. Rostiges Panoptikum.

 

Auch am Alex, da herrscht Ruhe. Elche ziehen gen Friedrichshain.

Vor der Staatsoper stehen Kühe. Richard Wagner mög‘s verzeihen.

Und der alte Wolf im Reichstag schlummert. Keiner kann ihn stören.

Weil die Berliner endlich weg sind und auch nie mehr wiederkehren.

 

 

Unter’n Linden. Unter’n Linden

ging’ spazieren die Mägdelein.

Heut’ ist keine mehr zu finden.

Keine läuft mehr hintendrein.

Wenn du an dem Kranzler-Eck bist,

siehst du nur noch, dass es weg ist.

Ganz Berlin im Jetzt und Hier

Ist `ne Weltstadt für’s Getier.

 

Berlin, Berlin, du leere Stadt Berlin.

So ähnlich sang der Kreisler über’s schöne Wien.

 

Wie schön wär Berlin ohne Berliner.

Keine Schlangen im Bürgeramt mehr.

Der Grunewald wär noch viel grüner.

Auf der Avus nur Wildschweinverkehr.

Wie schön wär Berlin ohne Berliner.

Ohne Schwaben und Düsseldorfer.

Nur manchmal fliegt ein Spatz

über den Kollwitzplatz

und landet auf dem BER.

 

Berlin, Berlin, du zeigst so viel Gefühl.

Weil die Berliner weggezogen sind,

Flensburg und nach Kiel.

 

Und keiner stört...

 

Im Schlachthof geht ein Schwein spazieren.

Es weiß, hier kann ihm nichts passieren.

Der Metzger ist nach Köln entkommen

Und hat sein Messer mitgenommen.

 

Keiner stört. Jeder da, wo er  hingehört……….

 

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HINAUS INS ALL

Stünd' ich auf dem Mond und säh' die Erde so sich drehen.

So grün, so rund so schwerelos, mit einem Wort so wunderschön.

Ich käme nie auf den Gedanken, wie's es wirklich dort zugeht.

Dass da was and'res noch geschieht, als dass die Erde sich halt dreht.

 

Führ' ich früh' um fünfe so die Milchstraße entlang,

im großen Wagen ganz relaxed. Der Motor schnurrt im zweiten Gang.

Alles ist friedlich, ruhig und schläft, im tiefen, dunklen Weltenraum.

Nur auf der Erde brennt noch Licht. Doch sieht man es von weitem kaum.

 

Hinaus ins All. In jedem Fall rauf zu den Sternen.

Immer weiter sich entfernen, eig'ne Leichtigkeit verspüren.

Es geht hinaus und sei es nur für'n paar Lichtjahre,

dass man neues mal erfahre, um es später zu probieren.

Es geht hinaus, immer weiter - fort. An einen anderen Ort.

 

Leider flieg ich nicht durch's All, sondern steh‘ hier im Kabarett.

und klage an den ganzen Mist, den ich vom All aus gar nicht seh’.

Was ist Merkel, Putin, Trump - mal vom Mond aus angedacht.

Wie hell strahlt die Koalition, zieht man den Weltraum in Betracht.

 

Hinaus ins All..........

 

 Der Geist irrlichtert schwerelos, - Gedanken sowieso -

herum, in ihrem Wolkencabrio

Für die meisten ist der Weg zu Ende schon auf dem Balkon.

Doch einz'ge zieht es fort, in eine andere Dimension...

 

Hinaus ins All..........

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BANKBERATER

 

 Sie sind gut gelaunt. Und Ihr Leben läuft rund. Es gibt nichts, was Sie betrübt.

Sie sind höchst erfolgreich und dazu noch kerngesund?

und überall beliebt?

 

Sie sind unkonventionell beruflich und auch sexuell,

Ein Steher und ein Seher und ein Frauengutversteher.

Gar ein Winner und ein Spinner und ein Hintertürentrinner,

einer, dem die Welt so vor die Füße fällt.

 

Doch an ganz gewissen Tagen,

wünschten sich Ihr grader Weg lief etwas krumm.

Das Tageslicht mal scheuen und ins Milieu sich reinzuwagen.

Warum eigentlich nicht? – Warum

 

Dem Leben etwas Würze mal beimischen.

Den Biedermann verdrängen kurze Zeit.

Dorthin, wo Abschaum schlängelt, drängelt unter geilem Zischen.

Wie wär’s? Haben Sie Mut? Sind Sie so bereit?

Haben Sie Mut? Sind Sie dazu bereit?

 

Dann gehen Sie mal zu Ihrem Bankberater

Und sagen ihm, Sie hätten was gespart.

Was er Ihnen biete, so was Sicheres mit Rendite.

Das werden Sie überrascht sein, was er Ihnen offenbart.

 

Es gibt `nen Fond in Curacao. Ein Investment in Bilbao.

Und Optionen auf Millionen gibt’s für Kupfer, Fleisch und Bohnen.

Eine Wette auf das Grönlandeis und eine noch auf Chinas Reis.

Und eine auf den Weizenpreis in Mali und Sudan.

Termingeschäfte mit Reptilien, CDO’s auf Immobilien,

Swaps auf Zucker und Textilien, und was weiß ich noch für Ilien.

Bitte keine Zeit verlieren, lieber etwas mehr riskieren

Und ihr Geld schnell investieren in Kali und Uran.

 

J.P. Morgan in Ägypten.

Deutsche Banken im Iran.

Die islamistisch Ausgeflippten

und die Wallstreet-Feingerippten haben den gleichen Wahn.

Derivate gibt’s auf Krieg und Hungersnöte.

Wie wär’s mit einem Chart auf Müll und Dreck und auf Gestank.

Nur eines gibt es nicht. Wenn man es doch nur mal anböte.

`ne Antwort auf die Frage: Wozu braucht der Mensch `ne Bank?

 

Denn wollen Sie was verzinsen, geht es oftmals in die Binsen.

Brauchen Sie was, ernten Sie nur so’n schnödes Bankergrinsen.

All Ihr Können, Ihre Gaben teilen sich auf in Soll und Haben.

Haben Sie erst `ne Bank betreten, hilft nur Schreien oder Beten.

Anders kann man’s nicht erklären. Es ist schlicht so, dass Sie stören.

 

Da muss der Banker, wegen Ihrer paar Kröten,... da muss der vom Stuhl aufstehen, da muss der seinen Gesichtsimitator aufsetzen, so ein Formular ausfüllen, nur weil Sie `ne sichere Anlage wollen, oder einen andersfarbigen Anstrich für Ihren Zeitungskiosk. - Glauben Sie, dass Sie damit was in Bewegung setzen, am globalen Finanzmarkt, mit Ihren lächerlichen fünf oder zehntausend Euro?! - Sie halten den Mann nur davon ab, sich um’s Geschäft zu kümmern. - Wissen Sie, dass in der Zeit, die der mit Ihrem Klimpergeld verplempert, er locker 6o-7o Millionen verzocken könnte, an guten Tagen sogar 12o. So müssen Sie das mal sehen.

 

Sie sind gut gelaunt. Und Ihr Leben läuft rund.

Es gibt nichts, was Sie betrübt.

Sie sind höchst erfolgreich und dazu noch kerngesund?

und überall beliebt?

 

Dann meiden Sie die Banken, ihre Klauen, ihre Pranken.

Gehen Sie nie in eine rein. Lassen Sie es besser sein.

Investieren Sie Ihr Geld in `nem Puff in Bitterfeld.

Ist Ihnen alles einerlei, spenden Sie’s einer Partei.

Oder wollen Sie’s niemals missen, legen Sie es unters Kissen.

Oder geben Sie’s einfach mir. Ich sing Ihnen was dafür.

Den miesen, fiesen Bankberaterblues.

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SCHÖNE TRÄUME

Magst du Musik?

Du, ich spiel' dir ein Lied,

das hab' ich nur heute für dich gemacht.

 

Siehst du die Sterne?

Ich hol sie dir gerne

vom Himmel noch in dieser Nacht.

Nicht mal der Mond,

der bleibt vor mir verschont.

Ich häng ihn heut Nach über dein Bett.

Ist das nicht famos

Darin bin ich ganz groß

Dazu noch zwei Engel, die singen im Duett.

 

CHORUS

Schöne Träume, an die du dich hängst.

Schöne Träume, wenn du an mich denkst.

Wach bloß nicht auf, sonst bricht alles entzwei.

Drum träum bitte weiter. Ich helf dir dabei.

Schöne Träume wünsch ich dir heut' Nacht.

Schöne Träume hab' ich mitgebracht.

Besser als gar nichts, ist träumen zu zweit.

Drum träum mit mir weiter, für die nächste Zeit.

 

Willst du nach Athen,

die Akropolis sehen.

Oder gehen wir einfach zu mir.

 

Venedig im Regen,

ich hätt' nichts dagegen.

Es spricht an sich alles dafür.

 

Komm, lass uns fliegen,

die Schwerkraft besiegen.

Die Nacht, sie verdeckt unsre Spur.

Nicht wahr, man glaubt es kaum.

Es ist so wie im Traum.

Wir reiten im Regenbogenrundparcour.

 

CHORUS

Schöne Träume, an die du dich hängst.

...

C-Teil

Realität, ja sie kommt und sie geht.

Und ist oft überdreht. - Immerzu

Die Welt, sie kann so herrlich sein.

Macht man die Augen zu!

Ganz schnell die Augen zu.

 

Schöne Träume..........

 

…bis in die Ewigkeit.

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DISPOROCK

Wenn du auf dem Trockenen stehst,

das Leben so an dir vorbeirauscht, oh yeah.

Wenn da nichts mehr ist, was dich anmacht,

und du stellst fest, hat alles nichts gebracht. Oh yeah.

 

Wenn die Sonne nicht mehr aufgeht,

weil dein Herz sie schon vergisst.

Und Traurigkeit schließt dich im Zimmer ein.

Dann öffne deine Fenster, schau heraus und stelle fest,

da draußen tobt das Leben, und du bist nicht allein.

 

Du hast doch deinen

Dispo...Dispo...Dispositionskredit.

Benütz einfach den

Dispo...Dispo...Dispositionskredit.

Du bist nie einsam mit dem

Dispo...Dispo...Dispositionskredit.

Vertrau' dem

Dispo...Dispo...Dispositionskredit.

 

Dann stehst du auf der Straße

es regnet, du wirst na? und du frierst, oh yeah.

Du hetzt wie alle durch die Stadt

und drückst dir deine Nase an den Schaufenstern platt. Oh yeah!

 

Aber die ganz große Verheißung,

die wartet sicherlich.

nur im Herzen eines Menschen, den du magst.

Doch so lange der nicht da ist, da fühlst du dich allein

Dabei gehen alle Türen auf, sobald du etwas wagst.

 

Deshalb benutz doch deinen

Dispo...Dispo...Dispositionskredit.

Mensch, nun sei nicht so stur!

Kauf dir vom

Dispo...Dispo...Dispositionskredit.

'ne neue Couchgarnitur.

Flieg mal vom Dispo...Dispo..Dispositionskredit

nach Ibiza und retour.

Versauf den

Dispo...Dispo...Dispositionskredit.

 

Jetzt stehst du in der Disco,

aber diesmal ohne Dispo.

Alles um dich herum singt und lacht,

denn alle haben ihren Dispo mitgebracht.

Den deinen hat die Bank gestrichen.

Ihr zwei wart so unausgeglichen.

Dein Leben nahm 'ne rasche Wendung,

nach der Kontopfändung - nach der Kontopfändung.

 

Doch plötzlich trifft dein Blick

‘nen Typ, der in der Kneipe steht.

Mit Glatze und mit richtig dickem Bauch.

Er sieht dich an und du wirst schwach, denn du spürst ganz genau.

Das, worauf es ankommt hat er auch.

 

Er hat 'ne richtig dicken...

Dispo...Dispo...Dispositionskredit.

Mensch, ist der dick, der

Dispo...Dispo...Dispositionskredit……….

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LAUF DER DINGE UND DER ZEIT

Dieses Leben treibt einen von hier nach dort.

Sei man sich gewiss, bald muss man wieder fort.

Auch in Zeiten voller Glück und Seligkeit.

Das ist halt der Lauf der Dinge und der Zeit.

Das ist halt der Lauf der Dinge und der Zeit.

 

Steht ’ne neue Liebe dann auf einmal vor der Tür.

Frage nie, „Mein Schatz, für wie lange bleibst du hier?

Nimm es wie es kommt, sei besser stets bereit.

Das ist halt der Lauf der Dinge und der Zeit.

Das ist halt der Lauf der Dinge und der Zeit.

 

Und man findet sich ab und man schickt sich wieder rein.

Und man sagt, wenn’s so ist, dann soll es wohl so sein.

Und man liebt und man lacht und man hasst und verzeiht.

Das ist halt der Lauf der Dinge und der Zeit.

Das ist halt der Lauf der Dinge und der Zeit.

 

Plötzlich hört man wieder mal einen schrillen Ton.

Und man sagt: Ach Scheiße! Wieder Revolution.

Und schon steht wieder einer da, der irgendwas schreit.

Das ist halt der Lauf der Dinge und der Zeit.

Das ist halt der Lauf der Dinge und der Zeit.

 

Dann wird wieder zackig marschiert im Takt.

Und überall ist alles wieder bunt beflaggt.

Und manch einem werden die Beine schwer.

Denn der Pöbel rennt mit dem Gewehr

ihm hinterher. Ihm hinterher. Ihm immer hinterher.

 

Das Alter, das ist sehr galant.

Wem ist man nicht alles hinterher gerannt.

Vielen Dank für die Vergesslichkeit.

Das ist halt der Lauf der Dinge und der Zeit.

Das ist halt der Lauf der Dinge und der Zeit.

 

Am Abend steht man da und betrachtet diese Welt.

Und fragt sich, was sie wohl zusammenhält.

Und findet keine Antwort weit und breit.

Das ist halt der Lauf der Dinge und der Zeit.

Nur eines weiß man dann mit Sicherheit. – Und das ist…

 

…dieses Leben treibt einen von hier nach dort....

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MEIN BERLIN

Falls ich in diesem Leben nochmal rumkomm auf der Welt.

Und leb in Pisa, Hong-Kong oder Kiel.

Schlaf ich in weichen Daunen oder auf'm Stoppelfeld.

Hab ich von allem wenig oder viel zu viel.

 

Und ziehen mir die Gläubiger das Fell über die Ohren.

Und jagen mich von hier nach JWD.

Kehr ich trotzdem zurücke bald, dahin wo ich

geboren.

Und bin erst wieder Mensch, wenn ich dich wiederseh.

 

Ja, mein Berlin. Ja, mein Berlin.

Ich sehe dir auf jedem Flecke,

wo ich geh und wo ich steh.

Ja, mein Berlin. Ja, mein Berlin.

Ich seh dir hinter jeder Hecke.

Wenn ich mich mal so umdreh‘.

Ich seh das Brandenburger Tor

im Regenwald von Equador.

Ich seh den Alex auf'm Markt in Kathmandu.

Den Großen Stern seh ich in Rom.

Das KaDeWe vor’m Kölner Dom.

Und auf’m Mond, seh ich den Wannsee immerzu.

 

 

Tanz ich auch Tango argentinisch.

Mein Gefühl, das bleibt berlinisch.

ciao Signorina. Ick bin Berlina.

Nur wenn ick mich langsam drehe, latsch ick dir nicht auf die Zehe.

Was ich ungern tu.

 

Ja, mein Berlin. Ja, mein Berlin.

Die ganzen Falten im Gesicht

Die machen dich nur stolz und kühn.

Ja, mein Berlin. Ja, mein Berlin.

Auch deine Narben stör’n mich nicht.

Ich bleibe dir auf ewig grün.

 

 

Doch kommt Gevatter Tod vorbei

Ist’s Schluss mit der Lobhudelei.

Dann macht er mir die Augendeckel schwer.

Dann lieg ich fünf Fuß unter dir.

Geh nicht fort, bleib ewig hier.

Nur meine Seele streift noch so umher.

 

Fliegt mal von Britz nach Weissensee.

und folgt dem ew’gen Lauf der Spree.

Lässt treibend mit dem Wind sich einfach ziehen.

Hoch droben über dir, du  mein Berlin.

 

Ich seh das Brandenburger Tor

im Regenwald von Equador.

Ich seh den Alex auf'm Markt in Kathmandu.

Den Großen Stern seh ich in Rom.

Das KaDeWe vor’m Kölner Dom.

Und auf’m Mond, seh ich den Wannsee immerzu.

 

Ja, mein Berlin. Ja, mein Berlin.

Ich sehe dir auf jedem Flecke,

wo ich geh und wo ich steh.

Ja, mein Berlin. Ja, mein Berlin.

Ich seh dir hinter jeder Hecke.

Wenn ich mich mal so umdreh‘.

 

Ja, mein Berlin. Ja, mein Berlin.

All deine Narben im Gesicht

Die machen dich nur stolz und kühn.

Ja, mein Berlin. Ja, mein Berlin.

Auch deine Falten stör’n mich nicht.

Ich bleibe dir auf ewig grün.

 

Ich kann woanders sein. Egal.

Ich hab dir überall im Sinn.

Ja, mein Berlin. Ja, mein Berlin.

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